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Gegen den Google-Goliath

Ebay schmiedet Allianz gegen Google / Agenturen kämpfen mit Service gegen Marktmacht. Vom Erfolg überrannt: Vor kurzem warnten Manager noch, Google könnte langsamer wachsen. Nun steigerte der Konzern im ersten Quartal seinen Umsatz um 79 Prozent auf 2,25 Milliarden US-Dollar. Nebenbei wächst die Reichweite des Konzerns und damit seine Marktmacht. Das stößt auf Kritik. Ebay soll in den USA an einer Allianz gegen das Unternehmen basteln. “Google sitzt auf einem hohen Ross und nutzt seine Marktmacht weidlich aus”, begründet Norman Grüger, Vertriebs-Manager von Komdat, einer Münchner Agentur für Suchmaschinen-Marketing, den Widerstand.

Laut Nielsen Netratings erreicht Google in den USA etwa jeden zweiten Internet-Nutzer (49 Prozent), in Deutschland sogar mehr als 80 Prozent. Yahoo kommt in den USA auf einen Anteil von 22, MSN lediglich von elf Prozent. In Deutschland liegen die Reichweiten niedriger, weil hier die Provider über die Nutzung von Suchmaschinen Netzwerke bilden. 99 Prozent von Googles Geschäft machen die Platzierung von Anzeigen neben Suchergebnissen aus. Jeder zweite Besucher stößt über die Suche auf die Seiten von Ebay. Schätzungsweise 400 Millionen Dollar berappt das Auktionshaus für Werbung bei Google. Für einige Manager zu viel, sie sollen mit Yahoo und MSN über die Verlagerung dieser Gelder verhandeln. Denn Google ist nicht nur teuer, sondern wildert in fremden Revieren: Ebay fühlt sich durch dessen Bezahlsystem, aber auch durch den Kleinanzeigenservice Google Base bedroht. Hierzulande beobachten Agenturen wie Google versucht, ihre Vermittlerdienste auszuhebeln, um direkt Geschäfte mit Konzernen wie Karstadt oder Otto zu machen, die viele Anzeigen buchen. “Die Netzwerke müssten sich zusammenschließen, um Marktmacht zu brechen”, meint Grüger. Mit Services wie der Erforschung von User-Verhalten oder der Optimierung von Suchergebnissen können die Agenturen ihre Kunden noch binden. Doch die mächtige Konkurrenz lernt schnell. Yahoo bemüht sich derweil, von den Suchergebnisanzeigen unabhängiger zu werden. Das Portal baut seine Nachrichten- und Unterhaltungsangebote aus, um mit Nutzern Banner oder neue Werbeformen anzuziehen: “Wir haben einen Paradigmenwechsel im Bereich der Online-Werbung eingeleitet”, sagt Deutschland-Chef Terry von Bibra. “Nicht Banner und Suchergebnisse, sondern Markenwelten sind im Internet die Zukunft des Online-Marketings.”

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