Kernziele guter MBA-Programme
Im Kern zielen gute MBA-Programme auf die gleichzeitige Entwicklung der fachwissenschaftlichen Kompetenz, der Teamkompetenz und der Kompetenz in Fragen der strategischen und operativen Unternehmensführung. Sie richten sich typischerweise an Absolventen nichtwirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge und verlangen Praxiserfahrung. Die Ausbildung zum deutschen Diplom-Kaufmann vermittelt dagegen fachwissenschaftliche, insbesondere funktionale Kompetenz (in Marketing, Produktion, Finanzen etc.). Sie vernachlässigt jedoch die integrative und strategische Gesamtsicht der Unternehmensführung und die Entwicklung der Team und Entscheidungskompetenz. Wer als deutscher Absolvent eines Wirtschaftsstudiums gute Fachkenntnisse mitbringt, wird deshalb von der Praxisorientierung guter MBA-Programme immer noch profitieren können. Allerdings sollte man sich dann ein einjähriges Programme aussuchen, das für seine gute praxisorientierte Didaktik und Methodik bekannt ist.
Wer als Diplom-Kaufmann oder Volkswirt zusätzlich noch die fachliche und intellektuelle Herausforderung sucht, wird nur von den fünf besten europäischen oder den dreißig besten amerikanischen MBA-Programmen profitieren. Dies ist nebenbei gesagt - eine Ohrfeige für die deutsche Ausbildung. Denn die müsste doch in der Lage sein, ihre Studenten in durchschnittlich fünf Jahren so auszubilden, dass sie in ein- bis zweijährigen MBA-Programmen, in die man ohne wirtschaftswissenschaftliche Vorkenntnisse zugelassen wird, fachlich nichts Wesentliches mehr lernen können.
mh
Posted: April 17th, 2008 under Bildung.
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